BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.
Erkenntnis und Demut
Bestandsarchitektur wird zur Bühne für Neues Weiter • Sanieren, aufstocken, um-, anbauen und vor allem die Suche nach geeigneten neuen Nutzungen ist längst der reale Hauptschauplatz für Bestandsarchitektur geworden. Hier zeigt sich, wie wir mit unserer gebauten Vergangenheit umgehen. Wie lassen sich vorhandene Räume mit Respekt transformieren? Wo liegt die Grenze zwischen Erhalt, Umbau, Weiterbau und Neuinterpretation? Und wie schafft man es, die Spuren der Zeit nicht zu kaschieren, sondern produktiv zu nutzen?
Weiter im System • Im Zuge der Planung eines neuen Wohnviertels mit über 1.000 neuen Einheiten im Berliner Bezirk Pankow wird auch die soziale Infrastruktur, vor allem die Kinderbetreuung, ausgebaut. Daher hat man eine beliebte, bestehende Kita bereits saniert und erweitert. Die Architektinnen und Architekten haben sich mit den Vorzügen des dreigeschossigen Plattenbaus aus den 1970er-Jahren auseinandergesetzt und ihn kongenial im selben System ergänzt. Wir befragten sie zum Ergebnis.
Weiter im Geist der Fünfziger • Das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, gegründet 1686, ist bekannt über Stuttgart hinaus – nicht nur wegen seiner langen Liste berühmter Schüler wie Hegel oder Mörike. Mitte der 1950er-Jahre fand ein beeindruckender, inzwischen denkmalgeschützter Schulneubau seinen Platz in der schönen Aussichtslage am Stuttgarter Kesselrand. Zum Glück sind nun die Architekten bei seiner notwendigen Sanierung und Erweiterung außerordentlich einfühlsam und subtil bis ins Detail vorgegangen. Wir befragten Klaus Hildenbrand vom Büro LRO dazu.
Bestand mit Mehrwert • Dieses Ereignis wünschte man sich öfter: Hier in Konstanz wurde ein leerstehendes Bürohochhaus in 98 Wohnungen umgebaut. Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner des 1971 fertiggestellten ehemaligen Fernmeldehochhauses werden zudem mit einem Blick auf Bodensee und Alpen belohnt. Wir sprachen mit der Projektleiterin Vera Hartmann über die Vorzüge von Umbau statt Abriss und Neubau.
Ausprobieren, lernen, weitermachen • Wie bleiben Innenstädte in Zeiten von Digitalisierung, veränderten Konsumgewohnheiten und gesellschaftlichem Wandel lebendig? Stefan Müller-Schleipen ist Gründer der Initiative „Die Stadtretter“ und Geschäftsführer der Urban Values GmbH; hier berichtet er unter anderem über konkrete gelungene Beispiele, die aufgrund mutiger Entscheidungen entstanden.
Der Zukunft neue Kleider • Mit Bauherren-Stolz beauftragten die Stadtwerke Leipzig ein Architekturbüro, um ihre zukunftsweisenden Kraftwerksgebäude zu gestalten. Inmitten einer sensiblen historischen Umgebung handelt es sich um das erste Gasturbinenkraftwerk, das zukünftig emissionsarm Strom und Wärme zu 100 Prozent aus Wasserstoff erzeugen kann. Eine unterschätzte Bauaufgabe wird zum bemerkenswerten Aushängeschild für städtische Energiepolitik.
Anatomischer Umbau • Keine sehr appetitliche Vorstellung, in einem ehemaligen Sezierlabor zu nächtigen. Dies schreckte aber die Bauherren nicht, und mit einer klugen Wahl des Architekturbüros gelang ihnen die Verwandlung eines Labor- und Museumsgebäudes der Amsterdamer Universitätsmedizin in ein stattliches Hotel. Besonders attraktiv für die Gäste: Das Grundstück öffnet sich heute zum angrenzenden Park.
Exzentrisch erweitert • In der Altstadt von Buenos Aires erinnern die Mauerreste der Bar „La Esquina del Sol“ an die Jahre des kulturellen Aufschwungs nach Rückkehr der Demokratie und vor allem an die berühmte...